Riechstörungen

Ein ernst zu nehmendes Problem: Riechstörungen.

Die tatsächliche Bedeutung des Geruchssinnes wird vielen Menschen erst bewusst, wenn eine Riechstörung aufgetreten ist. Die häufigsten Ursachen hierfür sind Virusinfektionen der Nasenschleimhaut, chronische Nasennebenhöhlen-entzündungen mit Polypenbildung oder eine Schädigung der Riechschleimhaut durch giftige Gase. Auch Schädel-Hirn-Traumata können eine Geruchssinnesstörung hervorrufen. Zuletzt wurde vermehrt auch über einen Zusammenhang von Riechstörungen und Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer-Demenz berichtet. Eine Riechstörung scheint hierbei ein wichtiges Frühsymptom darzustellen und kann dem eigentlichen Erkrankungsbeginn um Jahre voraus gehen.

Die Diagnostik von Riechstörungen erfolgt im HNO-Zentrum Rheinneckar nach einem standardisierten Schema, das der Komplexität dieses Symptoms Rechnung trägt. In einem ausführlichen Gespräch können sie zunächst Beginn, Verlauf und Qualität Ihrer Riechstörung darlegen. Hierbei sind auch Ihr Beruf, ihre bisherige Krankheitsgeschichte und die Einnahme von Medikamenten von Bedeutung. Eine endoskopische Untersuchung der Nase kann Hinweise auf vorliegende entzündliche Erkrankungen des Nasennebenhöhlensystems oder eine gestörte nasale Luftzirkulation z.B. durch eine verbogene Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln erbringen. Die eigentliche Testung des Geruchssinnes erfolgt mit sogenannten Sniffin-Sticks. Hierbei handelt es sich um stiftähnliche Duftspender, die dem Patienten unter die Nase gehalten werden. Bei den verschiedenen Testformen müssen entweder Gerüche erkannt und benannt werden (Identifikationstest) oder aus dargebotenen Geruchsproben der „richtige“ (geforderte) Geruch erkannt werden (Diskriminationstest). Anhand der Ergebnisse kann dann die Geruchsstörung in ihrem Ausmaß bewertet werden.

Im Zentrum der Therapie der Riechstörung steht die Behandlung der in den meisten Fällen ursächlichen chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Hierbei kommen lokal wirksame Medikamente (kortisonhaltige Nasensprays) oder Antibiotika zum Einsatz. Auch schonende operative Verfahren (endoskopische Nasenebenhöhlen-operation, Begradigung der Nasenscheidewand) können eine Verbesserung bzw. eine Wiedererlangung des Geruchssinnes erbringen. Bei Patienten mit einer nach einer Virusinfektion aufgetretenen Riechstörung hat sich die Durchführung eines sog. „Riechtrainings“ als sehr erfolgreich erwiesen.