Mandeloperationen

Eine Expertenangelegenheit: Die Mandeloperation.

Wenn Ihr Kind immer wieder unter Mandelentzündungen leidet, stellt sich irgendwann die Frage: raus mit den Mandeln oder nicht? Diese Entscheidung muss sehr sorgfältig und unter Abwägung vieler Faktoren gemeinsam mit Eltern, Kinderarzt und HNO-Chirurg getroffen werden.

Die Gaumenmandeln gehören wie die Rachenmandeln zum so genannten lymphatischen Rachenring. Dieser hat die Aufgabe, über Mundhöhle und Nase eindringende Krankheitserreger abzufangen, bevor sie in die unteren Atemwege gelangen. Weil gerade Kinder mit vielen Atemwegsinfekten zu kämpfen haben, sind bei ihnen die (Gaumen-)Mandeln relativ groß, häufig sogar zu groß.

Hat Ihr Kind häufig schwere Mandelentzündungen, kann ein HNO-Chirurg die Mandeln durch eine Operation entfernen. Dadurch kann die Anzahl der fieberhaften Halsentzündungen sinken. Der Eingriff ist umso sinnvoller, je schwerer und häufiger die Erkrankungen sind und je älter das Kind ist. Bei seltenen Halsentzündungen (weniger als 3-4 Mal pro Jahr) ist der Nutzen gering: Studien belegen, dass Ihr Kind bereits nach sechs Monaten wieder genauso häufig krank ist wie vor der Operation. Daher muss eine Entscheidung für oder gegen eine Mandeloperation gut abgewogen und gemeinsam mit einem erfahrenen HNO-Arzt getroffen werden.

Ein weiterer wichtiger Operationsgrund sind Mandeln, die durch ihre Größe dauernd Atembeschwerden oder gar Atemaussetzer im Schlaf verursachen. Hier kann die Verkleinerung der Mandeln eine deutliche Besserung bringen. Bei Kindern unter acht Jahren mit Schlafapnoe werden die vergrößerten Mandeln in der Regel nicht vollständig entfernt, sondern nur mit Hilfe eines Lasers teilweise abgetragen. So bleibt ein Teil des Mandelgewebes erhalten und behält seine Abwehrfunktion gegenüber Krankheitserregern. Sollten Sie weitere Fragen rund um das Thema Mandeloperation Ihres Kindes haben, stehen Ihnen hierzu die Experten des HNO-Zentrum Rhein-Neckar mit all ihrer Erfahrung zur Verfügung.